Allmorgendlich stelle ich dem Schöpfer allen Seins und meiner Seele die Frage, was an diesem Tag für mich anliegt, was ich lernen darf, worauf ich meine Aufmerksamkeit richten darf. Vor zwei Tagen kam der Impuls „Innen. Dein Inneres.“ Auch wenn ich es mir generell angewöhnt habe, im Alltag immer wieder in mich hineinzuspüren, zu fühlen und zu reflektieren, nehme ich dies zum Anlass, mich noch intensiver darauf einzulassen, was ich in mir wahrnehmen kann.
Fast unmittelbar nach dieser inneren Antwort kam mir das wunderbare „Werkzeug“ Meditation in den Sinn. Das Wort Meditation stammt vom Lateinischen meditatio/ meditari ab, was so viel heißt wie „nachdenken, nachsinnen, überlegen, Mitte finden“. Ja, durch die Meditation bin ich dabei, immer mehr und immer wieder meine Mitte zu finden. Ich fühle Dankbarkeit dafür, dass ich vor Jahren auf die heilsame Wirkung der Meditation gestoßen war und wohin mich das regelmäßige Meditieren, auch in Form des Yoga, bis zum heutigen Tag geführt hat. Ich freue mich auf das, was sich daraus entwickeln mag. Das inspirierte mich zu diesem Text, den ich hier mit dir teile.
Vom „ich kann das nicht“ zum „es wirkt ja wirklich“
Lass mich dich kurz auf eine Reise in die Vergangenheit mitnehmen.
Spiritualität fasziniert mich seit meiner Jugend, damals vornehmlich im Sinne des Erforschens alter Naturreligionen und unerklärlicher Phänomene. Ich spürte schon immer – wollte es auch glauben – dass es mehr gab, als ich mit meinen physischen Sinnen erfassen kann. Meditation als Methode fand ich spannend, konnte mir jedoch nicht vorstellen, es selbst zu praktizieren. „Ich bin viel zu unruhig für Meditation“ redete ich mir viele Jahre lang erfolgreich ein.
Bis ich dann – nach der Geburt unserer beiden Kinder, mit dem Wiedereintritt ins Berufsleben und dem Ende der Stillzeit – in eine Lebensphase eintrat, die von wiederkehrender Migräne geprägt war. Von Mal zu Mal wurde sie stärker, ich nahm Schmerzmittel ein, um im Alltag zu funktionieren. Bis ich irgendwann an einen Punkt kam, wo ich mir eingestand: Ich muss etwas Grundlegendes ändern!
Zum Einen erlaubte ich mir endlich, mich an den Migräne-Tagen krank zu melden und generell viel stärker auf die Bedürfnisse meines Körpers zu achten. Zum Beispiel legte ich sofort Pausen ein, sobald es an den betreffenden Tagen hinter der Stirn zu pochen begann, anstatt mich – wie bislang – anzutreiben nach dem Motto „das mache ich noch fertig, und dann…“.
Zum Anderen besann ich mich darauf, was ich einmal über Meditation gelesen hatte: Dass sie auch bei Kopfschmerzen und Migräne helfen soll. Ich war es endgültig leid, meine Schmerzen mit Tabletten zu unterdrücken und war gewillt, diese Alternative auszuprobieren. Trotz meiner etablierten Meinung „ich kann das nicht“, ließ ich mich darauf ein. Schlimmer konnte es nicht werden. Da ich keinerlei Erfahrung damit hatte, entschied ich mich für eine geführte Meditation als Mittel der Wahl. Auch wenn es mich ziemlich anstrengte, ein digitales Medium zu nutzen, suchte ich mir auf YouTube eine entsprechende Meditation heraus – in der Hoffnung, dass es sich lohnen und sie mir Linderung verschaffen würde. Direkt stieß ich auf die Meditation „Verspannungs-Kopfschmerzen lindern“ von Mojo Di, legte mich auf das Sofa und ließ es geschehen.
Ich habe nicht wirklich damit gerechnet, dass ich sofort einen Effekt spüren würde, auch wenn ich es hoffte. Und doch: bereits während der Meditation fühlte ich Erleichterung, der eiserne Ring aus Schmerz, der meinen Kopf umschloss, lockerte sich und schwoll ab zu einem leichten, erträglichen Nachhall eines Kopfwehs. Der unnatürliche Druck verflog. Ich atmete auf, fühlte mich wieder als Mensch. Und ich konnte es kaum fassen! Die Migräne war dieses Mal gegangen, ohne dass ich ein weiteres Schmerzmittel einnehmen musste!
Damit begann meine Reise in mein Inneres, in meine Mitte.
Meditation als Tor zu uns selbst
Mit Hilfe der Meditation und durch einen achtsamen Umgang mit mir, konnte ich die Migräne und meine eher nach außen gerichtete Haltung loslassen. Seitdem beschreite ich einen Weg, der mich Schritt für Schritt zu mir selbst führt. Ich durfte erkennen, dass eine Liebe in mir ist und mich durchströmt, die nicht auf mich begrenzt ist. Den Zugang zu ihr habe ich durch wachsende Selbstliebe gefunden.
Nachdem ich nun die heilende Wirkung der Kopfschmerz-Meditation erlebt hatte, war ich neugierig auf weitere geführte Meditationen und darauf, was ich wohl dabei entdecken würde. So probierte ich eine Chakra-Meditation aus, die durch Visualisierung der zugeordneten Farben und Affirmationen die einzelnen Chakren öffnen und aktivieren sollte. Womit ich nicht gerechnet hatte, war meine sehr heftige Reaktion, als ich beim Nabel-Chakra (das u.a. für Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein steht) angelangt war: Als ich die Affirmation „Ich bin zufrieden mit mir“ aussprechen sollte, fiel mir das sehr schwer und die Affirmation „Ich liebe mich“ brachte ich nicht über die Lippen. Stattdessen krümmte ich mich schluchzend. Ziemlich leichtfüßig war ich über eine festsitzende Blockade gestolpert. Die Meditation ließ genügend Raum, um aufkommende Gefühle zu spüren, sie durchfließen zu lassen, sie anzunehmen. Am Ende fühlte ich mich leichter und um einige Erkenntnisse reicher. Mir wurde ein weiterer Ansatzpunkt zur inneren Heilung gezeigt und ich nahm ihn dankend an.
Seither ist Meditation in verschiedenen Formen ein fester Bestandteil meines Lebens geworden und diese Blicke nach innen helfen mir dabei, mich selbst kennenzulernen, mich und andere besser zu verstehen und meine immerwährende Anbindung an das All-eins wahrhaftig zu fühlen. Ich erkenne, dass ich stets eins bin mit „Allem was ist“, ohne Trennung. Das und eine stetig praktizierte Reflexion von Situationen und Erlebnissen, bringen mich immer mehr dahin, das Leben als wundervolle Lernerfahrung zu sehen, in der ich mich ausprobieren kann, in der ich mich vertrauensvoll auf Dinge einlassen kann, die zu mir kommen und sich stimmig anfühlen, auch wenn sie vollkommen neu und früher für mich undenkbar gewesen wären.
Warum ich dir das erzähle? Von Herzen lade ich dich ein, dich ebenfalls auf Entdeckungsreise in deine Mitte zu begeben und gespannt auf das zu sein, was sich dir dabei zeigen wird. Lass dich auf das Unerwartete ein! Vor allem wirst du dir näher kommen und damit schaffst du die Basis, auch anderen Menschen näher zu kommen, ihnen wahrhaftig zu begegnen. Das bringt dir und der Welt Heilung.
Meditation ist Verbindung
Nach einiger Zeit formte sich der Wunsch in mir, dieses Wunder, was ich entdeckte und seither erkunde, nach außen fließen zu lassen, andere Menschen damit zu berühren. Denn in verschiedenen Online-Meditationskreisen erlebte ich die unglaubliche Kraft des gemeinsamen Meditierens.
Ich machte mir keinen Druck, ließ ich mich vom Leben und meiner Seele führen, ging im Kleinen erste Schritte, indem ich zunächst ab und an meine Kinder mit meinen Worten durch ihren Körper und damit in den Schlaf führte. Vermutlich haben wir als Mama oder Papa alle schon unsere Kinder durch geführte Meditation beim Einschlafen begleitet, nur haben wir es nicht so genannt. Allerdings wählte ich nun dabei die Worte bewusster, fühlte mich intensiv mit ein, was mich selbst in einen meditativen Zustand versetzte.
Zu meiner großen Freude existiert innerhalb des Unternehmens, in dem ich arbeite, eine Community, die sich ganz dem Thema Achtsamkeit und Potenzialentfaltung verschrieben hat. Neben ihrem Tagesgeschäft bieten die Community-Mitglieder interessierten Kolleginnen und Kollegen Vorträge, Workshops und Online-Sessions zu diesen Themen an. Vor zwei Jahren stieß ich auf diese Gemeinschaft von Herzensmenschen und war sofort berührt zu sehen, dass es sogar in meinem technisch geprägten Arbeitsumfeld Gleichgesinnte gibt. Ich fühlte einen inneren Drang, mich zu beteiligen, wusste zunächst aber nicht wie. Schließlich stieß ich „zufällig“ auf den Aufruf dieser Community, bei einer konzernweiten Achtsamkeitswoche mitzuwirken. Spontan meldete ich mich als Sprecherin für einen selbstgewählten Impulsvortrag an – ohne einen konkreten Seminartitel und ohne explizites Material. In diesem Moment war ich einem deutlichen inneren Schubs gefolgt und ließ mich darauf ein. Tief in mir fühlte ich, dass es das Richtige ist. Und wirklich, über diesen und weitere Vorträge sowie einen Workshop konnte ich bislang meinen Weg zu mir selbst, in meine innere Mitte, und dessen heilsame Wirkung mit anderen Menschen teilen, sie berühren.
Mehrfach trat ich dafür aus meiner Komfortzone heraus. Seit einiger Zeit leite ich als aktives Mitglied der Mindfulness-Community geführte Online-Meditationen an, die wir täglich morgens unseren KollegInnen anbieten. Jedes Mal spüre ich, wie es mich unglaublich bereichert, wie sehr ich mich dadurch mit den anderen verbunden fühle. Und wie viel näher ich mir dabei selbst komme, meine wahre Essenz kennenlerne, die sich (mit)teilen möchte, die lieben möchte.
Noch weiß ich nicht genau, wohin mich mein Weg führt, doch ich habe eine Ahnung, ein inneres Bild davon, wie es sein könnte. Dieses Bild zeigte sich mir in verschiedenen Meditationen, die ich mir selbst schenkte: Inmitten eines Kreises sitzender Menschen halte ich den Raum für die Innenschau, begleite diese Menschen liebevoll dabei, sich mit sich selbst und der Natur zu verbinden. Der Raum ist erfüllt von Wärme, Sanftmut, Lebendigkeit, Frieden, tiefer Freude am Sein. Ich sehe Kreise in lichtdurchfluteten Innenräumen, draußen im Wald, umgeben von lieben Baumfreunden, auf sonnenbeschienenen Blumenwiesen, unter klarem Sternenhimmel. Diese Bilder erfüllen mich stets mit Hoffnung, Zuversicht und einer überbordenden Vorfreude! In mir drinnen weiß ich, dass sie eines Tages Wirklichkeit sind. Und wenn ich ganz ehrlich bin, sind sie schon jetzt teilweise in meinem Leben – mit den morgendlichen Meditationskreisen inmitten meiner KollegInnen und einer von mir angeleiteten Yoga-Session im Rahmen eines Workshops mit jungen Trainees, die ich bei ihrem Eintritt in unser Unternehmen begleiten darf.
Ja, Meditation ist Verbindung auf allen Ebenen.
Aus der Stille zum Licht
Um zu meditieren, bedarf es nicht viel, lediglich unserer Absicht. Wir können es jederzeit tun. Für den Einstieg mag eine geführte Meditation einfacher sein. Auch ich habe so begonnen. Du wirst auf elektronischen Datenträgern und im Internet ganz gewiss die für dich im Moment passende Meditation finden. Ich persönlich mag zum Beispiel die Meditationen von Mojo Di, Lea Hamann, Anke Evertz, WiVViCA, Robin Kaiser und Martina Shana.
Sobald es dir leichter fällt, bewusst nach Innen zu reisen, magst du dir vielleicht eine Meditationsmusik anhören, während du den Weg in deine Stille selbst wählst. Auch hier gibt es eine Vielzahl von wunderbaren Angeboten, unter anderem Intentional Sounds, Meditative Mind, PowerThoughts Meditation Club oder Music for Body and Spirit.
Irgendwann wirst du auch ganz in Stille meditieren können, egal ob morgens als Start in den Tag, zwischendurch für eine kurze Pause an deinem Arbeitsplatz, vor dem Einschlafen in deinem Bett oder bei einer Rast im Wald.
Versuche einmal, dir in deinen Alltag kleine Inseln der Stille einzubauen. Setze dich entspannt und aufrecht hin, atme ruhig ein und aus und lenke deine Aufmerksamkeit zunächst nur auf deinen Atem. Beobachte ihn, nimm wahr, wie er ein- und ausströmt, wie sich nacheinander Brust und Bauchdecke heben und senken. Atme Entspannung ein und Loslassen aus. Fühle, wie du mit jedem Atemzug mehr in dir ankommst, ruhiger wirst und wie du Stress, Spannung und Ängste aus deinem Körper ausatmest. Während sich dein Körper entspannt, entspannt sich auch dein Geist. Gedanken mögen kommen und du kannst sie gehen lassen, ohne ihnen zu folgen. Du musst nichts tun. Alles, was du in diesem Augenblick möchtest, ist deinen Geist zu beruhigen. Sei einfach nur Stille. Erlaube dir, mit dir selbst, mit deinem Tag, mit deinem Leben in Frieden zu sein. Fühle in deinen Herzraum hinein, spüre die Wärme, nimm diesen leichten, subtilen Teil deiner Selbst wahr, das Licht, das sich hier befindet. Und nun fühle, wie es sich ausdehnt, in deinem Körper und über deine physischen Grenzen hinaus, in die Atmosphäre um dich herum. Bis es dich vollkommen einhüllt, wie ein leuchtender Kokon. Erlaube diesem Lichtkörper, jede einzelne Zelle deines Wesens aufzuladen, einfach weil du in ihm bist. Genieße diesen Moment des Sitzens im eigenen Licht. Genieße, wie es dich auflädt, regeneriert. Fühle, wie dieses Licht jede Zelle durchströmt, mit Wärme, Energie, Leichtigkeit auffüllt. – Mehr braucht es nicht, um Körper, Geist und Seele wieder miteinander zu verbinden. Dafür reichen wenige Minuten. Probiere es gern einmal aus!
Meditation bedeutet übrigens nicht nur Stillsitzen. Yoga ist zum Beispiel eine Meditation in Bewegung, bei der du deinen Atem in Einklang mit deinen Körperübungen bringst. Du kannst auch während des Gehens oder beim Sport innerlich still werden und dich ganz bewusst auf das fokussieren, was du gerade tust. Jeder bewusste Atemzug, jede achtsame Tätigkeit – und sei es Geschirrspülen – bei der du ganz im Hier und Jetzt, ganz präsent bist, ist Meditation. Das verbindet dich mit dir selbst, mit dem was ist und bringt dir dadurch inneren Frieden.
Vielleicht findest du in deiner Gegend auch Meditationskreise, denen du dich anschließen kannst? Meditation in der Gruppe ist unglaublich kraftvoll und transformierend!
Magst auch du über den Weg in die innere Stille Kontakt zu deiner wahren Essenz aufnehmen und darüber staunen, welche spannenden Schritte und welche unerwarteten Ereignisse sich für dich daraus ergeben mögen? Sei gewiss: es ist ein Weg zu dem, was du wirklich bist und wofür du hierhergekommen bist.
Gordon Smith sagte einmal so schön: „Wenn wir Körper und Geist still machen, kann das innere Licht beginnen, sich auszudehnen.“
Bitte lass dein Licht weit und hell erstrahlen und somit dich und die Welt heilen.
In Liebe
Astrid
Meditation ist der einzig wahrer Schlüßel zum Tor der Wirklichkeit.
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