Der Wald ruft und mein Weg zeigt sich. Kennst du deinen Weg?

In den vergangenen Wochen begegne ich immer häufiger einem bestimmten Thema. Vielleicht ist es auch „nur“ so, dass ich derzeit dafür sensibilisiert bin und es deshalb an so vielen Stellen erkenne und herauslese. Nach meiner Überzeugung gibt es allerdings keine Zufälle, sondern alles, was uns geschieht, ist bedeutsam und gewisse Informationen tauchen stets im rechten Moment auf, um uns in eine bestimmte Richtung zu lenken – wenn wir aufmerksam genug sind 😊.

Das Thema, um das es mir geht, ist der Wald, die Natur. Und die Hinweise, dass ich mich unbedingt intensiver damit beschäftigen darf, sind nicht zu übersehen: Im sozialen Netzwerk erhalte ich die Kontaktanfrage einer Wildkräuter-Heilpflanzenpädagogin, lese an anderer Stelle in einem Beitrag von der weit verbreiteten Sehnsucht der Menschen nach mehr Natur, bei einem Elternstammtisch erfahre ich, dass eine mir bekannte Mama naturpädagogische Führungen für Schulklassen anbietet und ich spüre in mir sofort ein „Ah, wie wunderbar!“, in einer Buchhandlung leuchtet mir schon von weitem ein grünes Buch mit dem Titel „Wir sind Geschöpfe des Waldes“ entgegen…um nur einige Beispiele zu nennen.

Botschaften deiner Bestimmung

In Momenten der Innenschau erkenne ich immer deutlicher, dass da etwas anklopft. Etwas will in mein Leben treten, das schon lange darauf gewartet hat. Ich schaue mich um und sehe all die Dinge, die bereits da sind und eindeutig eine bestimmte Botschaft enthalten.

All die Projekte, die ich mit Begeisterung umsetze, all die Themen, mit denen ich mich liebend gern beschäftige, all die Bücher, die ich lese, all die Ausbildungen, die ich absolviert habe, all die Erfahrungen in den unterschiedlichsten Gebieten, die ich gesammelt habe.

Allmählich wird mein Blick klarer, ich beobachte förmlich, wie sich die einzelnen Puzzleteile stimmig zusammensetzen – zu einem Bild, das mein Herz ganz weit werden, mich aufatmen lässt. Ja, genau das ist es, das bin ich! Genau da will ich hin. Eigentlich bewege ich mich bereits die ganze Zeit dahin, bin schon lange auf dem Weg, ohne mir dessen (vollständig) bewusst zu sein. Es fühlt sich so natürlich an. Ich spüre: Jetzt geht es „lediglich“ noch darum, die konkreten Schritte zur ersten großen Etappe zu gehen. Einige davon liegen direkt vor mir und ich bin im Begriff, sie zu nehmen. Und danach darf es weiter wachsen, sich weiter entfalten und ich darf darauf vertrauen, dass mich das Leben führt.

Es fühlt sich unglaublich befreiend an, endlich ein so klares Bild vor Augen zu haben und gleichzeitig tief im Herzen zu wissen, dass es wahr ist. Noch kenne ich nicht alle einzelnen Schritte, noch weiß ich nicht, wie sich bestimmte Dinge regeln lassen. Aber eines bin ich mir zutiefst gewiss: Sobald ich mich darauf einlasse, mich dafür entscheide, wird das Leben die richtigen Weichen stellen. Darauf vertraue ich und öffne mein Herz ganz weit. Dieses Vertrauen nimmt mir die große Last von den Schultern, alles selbst bis ins Detail durchdenken und die perfekte Lösung finden zu müssen. Mein Verstand ist ja gar nicht dafür gemacht. Er kann doch nur auf Bekanntes zurückgreifen und sich nicht ausmalen, welche unbekannten Möglichkeiten es noch gibt!

Das ist auch mein Impuls an dich: Achte aufmerksam auf all die winzigen Informationen, die dich täglich erreichen und eine Saite in deinem Inneren anschlagen. Hörst du in Gesprächen mit anderen Menschen bestimmte Worte oder Sätze heraus, die dich unvermittelt berühren? Begegnen dir über verschiedene Medien immer wieder dieselben Themen? Fallen dir in deinem Umfeld vermehrt Dinge auf, die dich alle an eine gewisse Sache erinnern? Fühlst du dich automatisch von Aktivitäten oder Menschen angezogen, die etwas ausstrahlen, was dich innerlich ganz leicht und warm werden lässt? Oder weckt ein besonderes Lied eine tiefe Sehnsucht in dir? Das sind wichtige Hinweise auf deinen wahrhaftigen Weg. All das, auf das du in deinem Alltag triffst und was dein Herz berührt, sind Botschaften deiner Seele. Nutze diese Zeichen als Wegweiser zu deiner Bestimmung, zu deinem wahren Selbst. Erlaube dir wahrzunehmen, welches Bild von deinem wahrhaftigen Leben sich dir offenbart. Und lass deinen Verstand nicht deine Vision begrenzen! Zeichne sie in allen Farben, fühle dich hinein, spüre die Freude, die du empfindest, wenn sie in deinem Leben sein wird. Ja, fühle es so, als wäre diese Vision bereits da – und dann lass das Bild los, übergib es dem Leben, auf dass es dir die passenden Umstände arrangiert und dir den richtigen Weg zeigt.

Lass dich darauf ein und fühle die Freiheit

Rückblickend ist es eigentlich so klar, so unmissverständlich. Doch ich durfte zunächst zahlreiche Hinweise empfangen, ehe ich mir meinen Weg im Kopf zugestand. Und ich verstehe jetzt ebenso, warum ich all das erleben, erfahren und lernen durfte, was scheinbar überhaupt nicht zu meiner wahren Bestimmung gehört, was vermeintlich nicht zusammen passt. Doch, es war notwendig und hat mir so manches Handwerkszeug und viele hilfreiche Wachstumsschritte geschenkt.

Das Leben schickt uns stets eindeutige Hinweise, doch wir sind (noch) Meister darin, sie zu übersehen oder zu ignorieren. Verständlicherweise, denn wir sind vollkommen anders konditioniert worden. Und leider beherrscht die meisten von uns noch die Angst vor Ablehnung oder die Angst vor Verlust. Es ist ein Lernprozess für uns, zu erkennen, dass wir Altes loslassen können, ohne verloren zu gehen. Dass wir Neues wagen dürfen, ohne unterzugehen. Wir dürfen lernen, mutig zu werden und für unsere Herzensthemen – für uns! – einzustehen. Wenn wir den Weg unseres Herzens, unserer Freude gehen, fühlen wir uns frei und leicht, können aufatmen und spüren ganz deutlich, dass wir getragen sind und unterstützt werden. Alles scheint sich plötzlich zu fügen.

Dafür braucht es lediglich unsere bewusste Entscheidung.

Erinnere dich bitte auch daran, was dir als Kind Freude bereitet hat. Denn dort findest du weitere Hinweise, die dich zu dir selbst (zurück)führen. Lea Hamann schreibt in einem Blog-Beitrag, wie uns unsere Kindheit verrät, was unsere Bestimmung ist. Sie schildert darin, wie sich in unserer Kindheit schon gezeigt hat, was durch uns in die Welt will – in den Momenten, wo wir ohne äußere Zwänge sind. Und schon so oft habe ich gehört und gelesen, dass das, was wir als Kinder gern gemacht haben, konkrete Anhaltspunkte bei der Suche nach unserer Berufung sind. Wie auch nicht, waren wir als Kinder unseren inneren Antrieben viel näher. Spielerisch haben wir uns ausprobiert, uns dem gewidmet, was uns Spaß gemacht hat. Ganz natürlich haben sich da auch unsere ureigenen Talente gezeigt. Warum sollten wir das nicht nutzen?

Ich habe also in mich gelauscht und überlegt, was ich damals als Kind geliebt habe. Neben dem Zeichnen war es das Draußensein, denn unser Haus stand direkt am Waldrand und als Kinder waren wir fast immer im Wald unterwegs. Ich erinnere mich, dass ich es stets kaum erwarten konnte, im Frühling endlich wieder in Hof und Wald zu spielen, in der Erde zu buddeln, zwischen den Bäumen zu sitzen. Wir haben im Wald gespielt, entdeckt, geträumt, unserer Fantasie freien Lauf gelassen. Dort gab es so viele Wunder zu erkunden!

Im Sommer habe ich es unheimlich geliebt, mit meinen Geschwistern auf eine sonnige, von Kiefern umstandene Waldlichtung zu stapfen, eine Decke unter dem Arm, und uns dort der Wärme und dem harzigen Duft der Bäume hinzugeben. Wir beobachteten Ameisen beim emsigen Bau ihrer Heimstatt, naschten Heidelbeeren und balancierten auf Baumstämmen. Diese Stimmung um uns herum – Stille, die dennoch erfüllt war von mannigfaltigem Leben – klingt noch heute in mir nach und hinterlässt ein tiefes Gefühl von Geborgenheit, von Richtigsein, am richtigen Platz sein.

Mmh, das Sein im Wald als Wegweiser hin zu meiner Bestimmung. Was kann ich daraus ableiten?

Der Weg zu unserem Herzen

Ich muss lächeln bei dem Gedanken daran, wie unübersehbar die Antwort auf meine jahrelange Frage nach meiner Bestimmung schon immer vor mir lag. Der Wald und die Natur sind schon seit meiner frühesten Kindheit fester Bestandteil meines Lebens. Ich bin ein Teil des Waldes und der Wald ist ein Teil von mir. Meine Bestimmung hat folgerichtig unmittelbar damit zu tun.

Auch die Wissensvermittlung liegt mir unglaublich am Herzen. Schon als Kind fand ich es wundervoll, meiner jüngeren Schwester Dinge zu erklären und spielte gern mit meiner Schwester und meiner Cousine Schule – natürlich in der Rolle der Lehrerin 😉. In meinem jetzigen Beruf habe ich mich aus meiner Komfortzone gewagt und inspiriere meine Kollegen in Vorträgen und einem firmeninternen Blog zu meinen Herzensthemen Achtsamkeit und Selbstfürsorge. Ach ja, und selbst die Numerologie setzt noch ihr Häkchen daran, weist sie für mich doch an mehreren Stellen eine Lehrerschwingung aus.

Bereits seit vielen Jahren lese ich Bücher über altes Wissen, Naturreligionen, Kräuter und den Jahreskreislauf. Ich liebe es, unseren Garten naturnah und tierfreundlich zu gestalten und Wildkräuter in unseren Speiseplan zu integrieren.

Zur ganzheitlichen Heilung zieht es mich ebenso hin. Neben wundervollen, inspirierenden Büchern und Podcasts bin ich im Frühjahr 2022 meinem Bauchgefühl gefolgt und habe zwei zertifizierte Ausbildungen zum ThetaHealing™ Practitioner absolviert.

Und schließlich ist die Bewusstseins- und Potenzialentfaltung seit einigen Jahren ein fester Bestandteil meines Lebens geworden. Zahlreiche Podcasts, Blogs und Seminare habe ich dazu „verschlungen“, mich in Meditationen immer besser kennengelernt und durch Yoga mein Körpergefühl intensiviert.

All das sind solch naturverbundene Themen, in denen es um Fühlen, Empfinden geht. Ich werde mir meiner tiefen Sehnsucht nach mehr Verbundenheit mit der Natur, mit Mutter Erde, mit dem reinen Fühlen bewusst. Es ist unvermeidlich, dass das wieder mehr in mein Leben treten darf – in allen Bereichen!

Plötzlich fügen sich all diese Puzzleteilchen mühelos zusammen und bilden ein farbenfrohes, vollständiges Bild und mir wird klar, dass ich mich in Richtung Naturpädagogik entfalten will und meine Herzensthemen Achtsamkeit & Selbstfürsorge, Verbundenheit, Natur, Fühlen, Heilung auf ganz individuelle Weise verknüpfen und an andere weitergeben möchte.

An dieser Stelle kommt ein weiteres Steckenpferd von mir auf den Plan: die Kommunikation. Schon als junge Erwachsene habe ich mehrere Geschichten verfasst, in denen es sich um Naturwesen und die Magie der Natur dreht, mit dem Blick für die kleinen Wunder darin. In all den zurückliegenden Jahren konnte ich das Schreiben beruflich und privat in verschiedenster Form leben. Seit einiger Zeit traue ich mich nun auch, als Rednerin und Workshop-Moderatorin aufzutreten. Wie hilfreich für meinen weiteren Weg!

Warum erzähle ich dir davon? Ich möchte dich dazu inspirieren, dir selbst durch ähnliche Fragen und Sichtweisen näher zu kommen. Schau dir dein jetziges Leben an und frage dich bei jedem Bereich, jedem Detail: Wie sieht es hier mit dem Fühlen aus? Gibt es Tätigkeiten, bei denen du lediglich funktionierst? Bei welchen Aufgaben weitet sich dein Inneres, spürst du das Leben in dir fließen? Nur wenn wir bei unserem Tun etwas fühlen, kommen wir in die Verbundenheit zu uns selbst und letztlich zu allem was ist. Alles andere dürfen wir aus unserem Leben entlassen, Stück für Stück.

Und ich lade dich ein, dein bisheriges Leben einmal ganz genau zu betrachten: all die Dinge, die du schon erlebt und gemeistert hast, all die Sachen, an die du dich mit Freude erinnerst und die du so gern direkt wieder in deinen Alltag holen möchtest. Was können sie dir über dich erzählen? Werde ganz still, atme ruhig und spüre in dich hinein. Fühlt es sich vielleicht so an, als lägen diese Teile schon an einer guten Stelle und müssten sich nur noch verbinden? Vermisst du vielleicht noch etwas? Was könnte das sein? Lass deinen Atem fließen und dich dahin führen. Schau dir alle Elemente an und erlaube, dass sie sich zu einem Bild zusammensetzen, ohne es durch deine Gedanken und Vorstellungen zu begrenzen. Empfindest du Vorfreude auf das, was sich dir zeigt?

Das ist dein Weg. Bitte öffne dich dafür und gehe ihn, denn die Welt und das Leben warten auf dich – an genau diesem Ort.

Ganz herzliche, naturverbundene Grüße von Astrid

Gönn dir einen Augenblick der Stille

Immer dann, wenn ein Termin in kurzer Folge den nächsten ablöst, sich Themen häufen, die dringend bearbeitet werden wollen, fühle ich eine tiefe Sehnsucht nach Ruhe. Das empfinde ich von Jahr zu Jahr deutlicher. Es kann natürlich etwas mit dem zunehmenden Alter zu tun haben 😉. Aber ich fühle, es hängt ebenso mit der aktuellen Zeitqualität zusammen, die uns dazu einlädt, aufzuwachen. Die Sache ist nur: Wirklich aufwachen kann ich nicht, wenn ich mich stets vom Außen ablenken lasse, wenn ich „zu beschäftigt bin“, um achtsam zu sein.

Am liebsten würde ich in diesen Momenten alles stehen und liegen lassen, in den Wald gehen, mich auf weichem Moos niederlassen und dort liegenbleiben. Die Vorstellung, mich für ein paar Monate aus allem zurückzuziehen gewinnt an Reiz. Doch dann wird mir klar, dass ich das eigentlich so drastisch gar nicht will. Meine Familie würde ich schon nach einem Tag irrsinnig vermissen und ich sehne mich doch danach, etwas zu bewegen.

Kennst du auch solche Tage?

Unsere Welt scheint sich immer schneller zu drehen, wird an so vielen Stellen hektischer und lauter. Ja, oftmals sehe ich eine Haltlosigkeit, in der wir uns bewegen. Und das haben nicht nur die vergangenen zwei Jahre mit sich gebracht. Diese rasante Fahrt läuft schon länger – du nimmst das sicher ähnlich wahr, sonst wärst du nicht auf diesen Blogbeitrag gestoßen 😉. Wir müssen gut aufpassen, um davon nicht vereinnahmt zu werden. Wie gelingt uns das?

Wir müssen uns nicht radikal aus dem Leben zurückziehen, um Ruhe zu finden. Ich glaube, eine der wichtigsten Zutaten dafür ist es, wenn wir nach dem Frieden, dem Raum der Stille in uns Ausschau halten, der immer da ist. Wenn wir uns erlauben, in der ganzen Hektik des Alltags zwischendurch einmal innezuhalten. Wenn wir uns immer wieder bewusst machen, dass wir diesem oder jenem nicht hinterher hetzen müssen, dass etwas warten darf, dass wir NEIN sagen können. Wir dürfen für uns sorgen und uns die Atempausen verschaffen, die wir brauchen. Geben wir uns diesen Raum, können wir uns in unserem Inneren sicher, kraftvoll, ja geliebt fühlen und tragen das entsprechend nach außen.

Dieses Innehalten können kleine Oasen mitten im Tagesablauf sein. Ich erinnere mich zum Beispiel an einen Montagmorgen vor einigen Monaten, als ich an meinem Laptop saß und meinen Posteingang bearbeitete. Auf einmal wurde mein Blick von einer Bewegung am Fenster angezogen: Ein Admiral hatte sich auf den Fenstersims gesetzt und sich in der Sonne aufgewärmt. Ich verweilte einen Moment in der Betrachtung dieses zarten Geschöpfes und erfreute mich an seiner Schönheit. Von ganz allein verlangsamte sich mein Atem und ich spürte das Bedürfnis, tief ein- und auszuatmen. Mmh tat das gut, einfach einmal für ein paar Augenblicke still zu verharren, nichts zu tun, nur zu atmen. So, wie es der Schmetterling vormachte.

Heute habe ich mir vor dem Beginn meines Arbeitstages einen kleinen Gartenrundgang – die Kaffeetasse in der Hand – geschenkt. Da war wieder die Amsel, die jeden Morgen und jeden Abend auf der höchsten Spitze einer Fichte sitzt und ihr Lied zwitschert. Sie ist einfach da, singt, lebt in diesem Augenblick. Wie schön, einfach nur zu sein! Auf meinem Weg an den Beeten entlang begrüßen mich die Pflanzen, ich spüre die Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht, atme die frische Luft. Ich bin. Diese kleine morgendliche Auszeit schenkt mir so viel Kraft, dass ich mich frage, warum ich das nicht an jedem Tag mache 😉.

Mir hilft zum Beispiel auch meine tägliche Yoga-Routine oder eine fünfminütige Atemerfahrung vor Arbeitsbeginn – zum „Ankommen“. Manchmal ist es eine kleine Meditation in der Mittagspause. Ab und zu gönne ich mir am Nachmittag einen kurzen Spaziergang entlang der Felder und Wiesen, nicht weit von unserem Haus. Angelehnt an einen alten Baum kann ich einfach nur sein. Ich spüre in mich hinein, lausche darauf, was mir mein Körper vielleicht erzählen will und höre im Hintergrund das Rauschen der Blätter. Manchmal ist es die Tasse Tee, die ich mit geschlossenen Augen – eingekuschelt in weiche Sofakissen – genieße, um danach mit frischer Kraft den Hausputz zu starten. Oder ich unterbreche die Essensvorbereitung, wenn im CD-Player ein Lieblingslied von mir läuft, drehe etwas lauter und fühle für einige Augenblicke einfach nur die Musik in mir. All das gibt mir unglaublich viel Kraft und kostet doch so wenig Aufwand 😊.

Kreierst du dir auch manchmal solche kleinen Oasen?

In unserem turbulenten und durchgeplanten Alltag tut es uns allen ganz sicher gut, wenn wir uns zwischendurch diese Minipausen gönnen. Und seien es nur ein paar Atemzüge, während derer wir an nichts denken und lediglich in unseren Körper hineinspüren. Vielleicht empfinden wir dann das Bedürfnis, kurz die Schultern zu lockern oder die Handgelenke zu kreisen. Und wir dürfen uns fragen: Was fühle ich gerade?

Dadurch kommen wir uns selbst wieder näher. Wir holen uns zu uns selbst zurück, wenn das Außen uns wieder einmal ein Stück von uns weggetragen hat.

Natürlich lasse ich mich noch allzu oft von den vielen Pflichten und Terminen mitreißen und vergesse das „Luftholen und einfach SEIN“. Doch wenn ich mich daran erinnere und es bewusst zelebriere, spüre ich wieder, wie wohltuend es ist. Und mit der Zeit dürfen diese heilsamen Rituale ein fester Bestandteil meines Tagesablaufs werden. Das Lernen endet nicht.

Wie erlebst du deinen Alltag? Gibt es dort genügend Raum, dich zurückzuziehen und einfach nur zu SEIN?

Baust du vielleicht schon zwischendurch kleine Inseln des Aufatmens ein, die dir mitten in einem stressigen Tag Energie schenken?

Was nährt dich?

Wenn du Lust hast, teile hier gern deine Erfahrungen. Vielleicht inspirierst du damit den einen oder die andere?

Diese kleinen achtsamen Augenblicke helfen uns übrigens ebenso dabei, uns mehr und mehr in ein bewusstes, reflektierendes Verhalten hineinzubewegen. Ich selbst habe festgestellt, dass – egal in welchen Prozessen ich mich gerade befinde, unabhängig davon, welche Umstände sich mir zeigen – wirklich das Wichtigste ist, immer wieder in die Stille zu gehen, innezuhalten und innerlich einen Schritt zurückzutreten. Und aus diesem Zustand heraus auf die Situationen zu schauen, die ich gerade erlebe, und vor allem mich selbst dabei zu beobachten. Und mir selbst zu erlauben, das zu fühlen, was ich in diesem Moment fühle.

Ein wunderbarer Nebeneffekt dabei ist: Auf diese Weise entdecken wir allmählich auch unsere ureigenen Fähigkeiten wieder, die womöglich lange in uns vor sich hingeschlummert haben. Alles, was wir für ein erfülltes Leben brauchen, ist bereits in uns vorhanden. Mit Hilfe der Stille „graben“ wir es nur aus unserem Inneren aus. Denn jede Eigenschaft, die im achtsamen Umgang mit uns selbst und mit anderen zum Vorschein kommt, ist ein Ausdruck unseres wahrhaftigen Selbst.

Magst du dir nun auch des Öfteren einen Augenblick der Stille gönnen? Ich lade dich herzlich dazu ein und gebe dir als kleinen Impuls dieses wundervolle Gedicht von Ernst Ferstl mit auf deinen Weg:

In der Stille angekommen

In der Stille angekommen
gehe ich in mich,
stehe ich zu meinen
Stärken und Schwächen,
liegen mir mein Leben
und die Liebe
am Herzen.
In der Stille angekommen,
sehe ich mich, dich, euch
und die Welt
mit anderen Augen,
mit den Augen des Herzens.
In der Stille angekommen,
höre ich auf mein Inneres,
spüre ich Geborgenheit,
lerne ich Gelassenheit,
tanke ich Vertrauen.

Dein liebevoller Blick auf dich selbst

In den vergangenen Monaten zeigte sich mir ein ganz bestimmtes Thema immer stärker, obwohl ich dachte, ich hätte es bereits ausreichend angeschaut und „bearbeitet“. Es ist ein Thema, das vielleicht sogar polarisiert, weil es – wenn man es nicht sorgfältig und behutsam betrachtet – mit negativen Eigenschaften verknüpft werden könnte. Es geht um Selbstliebe.

Eins vorweg: Selbstliebe hat meiner Meinung nach nichts mit Egoismus zu tun!

Für mich persönlich bedeutet Selbstliebe, liebevoll und bewusst auf mich selbst zu blicken, mich achtsam um meine Bedürfnisse zu kümmern und auf die leise Stimme in meinem Inneren zu hören, die mir die richtigen Schritte auf meinem Weg zeigt. Meine Erfahrungen im Umgang mit mir selbst haben mir unmissverständlich gezeigt, dass ich wesentlich mehr geben kann, wenn ich zunächst einmal gut für mich selbst sorge. Nicht zuletzt bin ich dann auch ein viel angenehmerer Zeitgenosse – das spürt vor allem meine Familie 😉.

Mit Selbstliebe verbinde ich auch, nichts von mir zu erwarten im Sinne des „Funktionierens“. Daraus folgt wiederum, dass ich keine Erwartungen an andere habe, wie sie zu sein haben. So können wir uns auf einer ganz anderen Ebene begegnen: Es ist alles okay, wie es ist und plötzlich wird das Leben leicht.

Genau das entglitt mir in der vergangenen Zeit ein wenig. Unter anderem merkte ich das – retrospektiv betrachtet – daran, dass ich unsicher wurde, wie ich mich in bestimmten Situationen verhalten sollte und was mein nächster stimmiger Schritt ist. Meine Energie nahm stetig ab und ich fühlte mich in manchen Momenten von den gleichzeitig anstehenden Aufgaben überrollt. War ich noch auf meinem Weg? Kann ich meine Herzensvision überhaupt ins Leben rufen? Vertraue ich mir selbst, das zu schaffen?

In einer Meditation am vorletzten Sonntagabend, draußen in der Natur, erkannte ich, dass die Selbstliebe der Schlüssel zur Antwort ist. Ich darf mir wieder mehr Selbstliebe und Selbstfürsorge schenken und dadurch mein Herz weiter öffnen. Indem ich noch genauer auf mein Herz höre und es für mich und meinen Weg öffne, entfaltet sich meine Intuition. Sobald ich immer deutlicher intuitiv wahrnehme, was für mich stimmig ist, werde ich in meinen Entscheidungen sicherer, sehe meine nächsten Schritte klarer und entfalte mein Selbstbewusstsein. Das lässt mich schließlich mutiger handeln.

Diese Erkenntnis empfand ich als sehr spannend: Selbstliebe hängt also offenbar mit Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein zusammen. Zumindest für mich 😉.

Das ist mein Bild von diesem großen Thema und ich bin noch mittendrin, es in mein Leben zu bringen…

Hier sind meine Gedanken dazu für dich:

Der spannende Weg zu dir selbst und deinen Fähigkeiten

Wir alle tragen alles, was wir für ein erfülltes Leben brauchen, in uns. In jedem von uns schlummern ganz individuelle, großartige Potenziale, die zum Ausdruck kommen wollen. Doch während wir aufwuchsen, haben wir gelernt, uns an die Erwartungen von außen anzupassen und entfernten uns so Stück für Stück von uns selbst. Anerkennung und auch Liebe suchen wir im Außen, bei anderen Menschen – durch unsere Leistungen, durch das, was wir tun. Wir halten Ausschau nach Vorbildern, folgen fremden Bahnen.

Aber erfüllt uns das umfänglich und auf Dauer? Unterstützt es uns auf unserem Weg?

Die meisten von uns haben vergessen, sich mit dem Menschen anzufreunden, mit dem sie die längste Zeit ihres Lebens verbringen und der ihnen tagtäglich morgens aus dem Spiegel entgegenblickt: mit sich selbst.

Was hältst du davon, dir ab jetzt mehr Aufmerksamkeit zu schenken? „JA“ zu dir selbst zu sagen – auch zu deinen Seiten und Stimmungen, die du nicht so sehr magst? Versuche einmal, dich mit den liebevollen Augen einer Mutter zu betrachten und wahrzunehmen, welche wunderbaren Qualitäten du besitzt. Erkennst du, dass du bereits genug Schönes in dir trägst, was du wertschätzen kannst? Versuche auch einmal, nachsichtig mit dir umzugehen, wenn etwas nicht so geklappt hat, wie du es geplant hattest. Mache dir bewusst, dass du nichts falsch machen kannst, sondern dass alles, was du erlebst dazu da ist, Erfahrungen zu sammeln und zu lernen.

Je liebevoller du mit Dir selbst umgehst, desto mehr kommst Du in Deine Kraft. Du fühlst Frieden und Leichtigkeit in Dir. Und das strahlt aus.

Dieser Richtungswechsel – von außen nach innen – ist für uns, die wir bislang völlig anders konditioniert wurden – zunächst nicht leicht. Deshalb gehe am besten in kleinen Schritten, in deinem eigenen Rhythmus und Tempo. Nachfolgend findest du ein paar Anregungen dazu.

Gefühle und Bedürfnisse wahrnehmen, ehrlich sein und Grenzen setzen

Lerne wieder, dich selbst zu fühlen. Beobachte die Emotionen, die in bestimmten Situationen in dir aufsteigen und gib darauf Acht, was du in deinem Körper spürst. Erlaube dir, deine Gefühle zu fühlen. Verdränge sie nicht, schäme dich nicht dafür, kritisiere dich nicht dafür – auch wenn sie nicht angenehm sind. Nimm sie einfach wahr, ohne sie zu beurteilen, sonst wirst du dir auf Dauer selbst fremd.

Viel zu oft sind wir nicht ehrlich zu uns selbst. Wir missachten unsere eigenen Bedürfnisse und unsere Grenzen. Wir orientieren uns eher an den Bedürfnissen und Erwartungen anderer, schließen faule Kompromisse, geben Versprechen, die wir nicht halten können oder übernehmen die Verantwortung, wo es nicht unsere Aufgabe ist.

Wenn du dich selbst aufopferst, dich nicht um dich kümmerst, kannst du auch nicht wirklich etwas geben.

Nimm deine Bedürfnisse wahr und werde ihnen gerecht. Wenn du gut für dich sorgst und dich genährt fühlst, kannst du aus einer inneren Freude heraus geben, bist ohne Anstrengung großzügiger – im Denken und im Handeln. Und das wiederum lässt bei den anderen Menschen viel mehr ankommen.

Lerne, „Nein“ zu sagen. Sag‘ nur „Ja“, wenn du es wirklich möchtest. So wirst du authentischer. Damit schaffst du auch Klarheit gegenüber deinen Mitmenschen und euer Umgang kann sich viel entspannter gestalten – weil jeder weiß, woran er ist.

Warum tue ich, was ich tue?

Wenn du etwas machst, weil du die Anerkennung anderer suchst, etwas beweisen willst oder von anderen gemocht werden willst für das, was du tust, zeigt das: Du magst dich selbst nicht. Du weißt nicht wirklich, wer du bist. Damit setzt du dir selbst sehr enge Grenzen, schöpfst nicht dein volles Potenzial aus und schadest letztlich dir und deinem Umfeld.

Nimm dich selbst positiv wahr und wertschätze dich. Schaue auf das, was du bisher alles schon erreicht hast. Lasse jeden Abend Revue passieren, welche guten Momente du tagsüber erlebt hast. Halte dich nicht damit auf, nur auf das zu schauen, was weniger gut lief. Freue dich stattdessen, dass du dadurch etwas lernen konntest. Mache nicht eine schöne Sache schlecht, indem du den kleinen Patzer überhöhst, der dir dabei unterlaufen ist. Gib dir selbst Anerkennung dafür, was du tust. Ja, lobe dich auch!

Das ist die Basis für deinen Umgang mit dir selbst. Doch wie kommst du deinen ganz persönlichen Fähigkeiten auf die Spur? Eigentlich ist es ganz einfach: Tue mehr von dem, was dich glücklich macht! Tue jeden Tag etwas Freudiges! Auf diese Weise weckst du deine Schöpferkraft und erkennst immer deutlicher deine Talente.

Damit kommen wir uns selbst auf die Spur und nähern uns der wichtigen Frage: Wer bin ich?

Jeder von uns ist einzigartig und bringt ganz bestimmte Fähigkeiten mit. Durch die verschiedenen Einflüsse von außen haben sich die meisten von uns allerdings Stück für Stück davon wegbewegt. Wir haben uns den Anforderungen der Leistungsgesellschaft angepasst; vielleicht „funktionieren“ wir gar nur noch. Wir haben vergessen, wozu wir fähig sind!

Als Kinder waren wir dem viel näher. Spielerisch haben wir uns ausprobiert, uns dem gewidmet, was uns Freude bereitete. Versuche einmal, dich daran zu erinnern, was dir als Kind Spaß gemacht hat! Und überlege dir, auf welche Weise du das wieder in dein Leben holen kannst. Beginne damit, jeden Tag vielleicht für eine halbe Stunde etwas zu tun, das dich mit tiefer Freude erfüllt. Du wirst sehen, wie das deine Kreativität wachkitzelt. Dir werden immer mehr Sachen einfallen, die dir Spaß machen und du fühlst dich lebendiger. Allmählich zeigen sich dir deine Fähigkeiten, die möglicherweise lange vor sich hingeschlummert haben und du erkennst, wo du sie noch überall einbringen kannst. Irgendwann beantwortest du dir die Frage, warum du etwas tust, ganz selbstverständlich so: Weil es mir Freude macht!

Lass dein Herz singen, bringe dich selbst zum Leuchten und berühre damit deine Mitmenschen!

Wie sieht es aus? Magst du dich einlassen, auf das Abenteuer: „Ich lerne mich selbst kennen und mögen“?

Astrid

Wie fühlt sich Verbundenheit an?

Wenn wir uns umschauen, können wir momentan den Eindruck gewinnen, dass es sehr viel um Trennung, um Aufspaltung geht. Vor allem, wenn wir auf die verunsichernden Informationen, wechselnden Regelungen und gegenteiligen Meinungen rund um Covid-19 blicken. Hier schwingt überall sehr stark der Drang nach „recht haben“ mit. Das tut keinem gut und bringt uns nicht weiter!

Ich finde, bei all diesen Diskussionen und den Ängsten, die da mitspielen, dürfen wir für uns selbst entscheiden, ob wir uns davon in eine negative Gedankenspirale mitreißen lassen, oder ob wir unseren Fokus bewusst auf etwas anderes richten. Etwas, das jederzeit vorhanden und erfahrbar ist: unsere Verbundenheit miteinander. Und diese Verbundenheit können wir auch über weite Entfernungen hin spüren, wenn wir uns beispielsweise nur virtuell treffen. Das habe ich selbst schon ganz intensiv erleben dürfen, als ich bei einem firmeninternen Workshop nur per WebEx dabei sein konnte. Die wunderbare Energie vor Ort übertrug sich auch über die WebCam zu mir!

Marshall Rosenberg (Begründer der GfK – Gewaltfreie Kommunikation) hat das einmal sehr schön auf den Punkt gebracht: „Willst du recht haben oder glücklich sein?“ Vielleicht will uns die aktuelle Zeit auch gerade das mitteilen: Schaut genau hin, seht euch an, worauf es im Leben wirklich ankommt!

Um all die Herausforderungen, vor denen wir stehen, meistern zu können, brauchen wir Zuversicht, Vertrauen und Kraft. Aus der Trennung heraus kann aber keine Stärke entstehen und es kann nichts wahrhaft Fruchtbares erwachsen. Wenn wir uns verbunden fühlen – mit uns selbst, mit unseren Mitmenschen, mit der Natur, mit allem, was uns umgibt – erleben wir, dass wir getragen sind, dass wir nichts allein bewältigen müssen. Wir fühlen uns gestärkt. Wir erkennen, wie wichtig all die verschiedenen Ansichten, Ideen, Facetten und Fähigkeiten jedes Einzelnen sind, um daraus etwas Vollständiges, Rundes, Neues und Schönes knüpfen zu können.

Vermutlich ist es an der Zeit, dass wir verstehen: Das, was der andere mitbringt, darf gleichwertig neben unserem eigenen Part, neben unserer eigenen Meinung stehen. Jeder kann bei sich und seinem Standpunkt bleiben und wir können dennoch miteinander gestalten. Trotz aller Verschiedenheit gibt es stets etwas, das uns verbindet. Und wenn wir unsere Aufmerksamkeit darauf richten, finden wir gemeinsame Lösungen für all die Aufgaben, die im Raum stehen. Hierbei dürfen wir dann auch die spaltenden Themen in den Hintergrund schieben und wahrnehmen, wie sie mehr und mehr an Bedeutung verlieren und sich schließlich auflösen. Diese Themen haben dann keine Macht mehr über uns und können uns nicht mehr vorschreiben, mit wem wir zusammen sein dürfen, wen wir lieben dürfen, wo wir aktiv werden können. Ganz abgesehen davon vermittelt uns das Gefühl der Verbundenheit mit anderen mehr Lebensfreude, mehr Energie und es bringt unsere Kreativität zum Fließen.

Wir dürfen erkennen, dass unsere individuellen Geschichten vollkommen berechtigt nebeneinanderstehen und wir gleichzeitig alle miteinander verbunden sind und aufeinander einwirken. Sobald wir uns erlauben, für den anderen Mitgefühl zu empfinden – für seine Situation, seine Ängste und seine Entscheidungen, die er aufgrund dessen trifft – bauen wir eine Brücke zwischen uns. Gegenteilige Meinungen verlieren hier an Bedeutung und wir sehen den anderen als das, was er ist: ein freier Mensch, ein fühlendes Wesen. Und genau das sind wir selbst auch. Das sind wir alle. Jeder von uns steht auf dem genau richtigen Platz im Leben, jeder von uns nimmt genau die richtige Position ein. Jeder von uns erfüllt in unserer Gemeinschaft seine persönliche Aufgabe, die ihm niemand abnehmen kann. Diese Aufgabe ist ein wichtiges Puzzleteil und von wesentlicher Bedeutung im Gesamtgefüge der Menschen. Denn jedes Wort und jede Handlung des Einzelnen bewirkt etwas in der Entwicklung von uns allen. Sei es, dass wir damit im Außen konkret etwas verändern, sei es, dass wir „nur“ jemanden zum Nachdenken anregen oder ihn an etwas erinnern.

Mit dieser Haltung bewegen wir uns vom Gegeneinander hin zum Miteinander und damit potenzieren wir unsere Kraft und unsere Möglichkeiten, wie auch schon Aristoteles wusste: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“

Also lautet meine Einladung an dich: Fühle dich verbunden.

Sind wir wie Schneeflocken?

Heute Morgen kamen mir am Frühstückstisch beim Blick aus dem Fenster, während ich das dichte Schneetreiben beobachtete, folgende Gedanken:

Eigentlich sind wir Menschen wie Schneeflocken. Wir alle kommen aus der einen Quelle und während unseres Lebens geht jeder von uns seinen ganz eigenen Weg. Ebenso haben die Schneeflocken einen gemeinsamen Ursprung: die Wolke, aus der sie fallen.

Auf ihrem Weg tanzen die Schneeflocken mal hierhin, mal dorthin, aber sie alle haben das gleiche Ziel: die Erde. Während unseres Lebens biegt der eine von uns nach dahin ab, der andere wählt diesen Schlenker. Mal werden wir von einem starken „Windstoß“ in eine bestimmte Richtung getrieben, mal wiegen wir uns sanft im Takt der Lebensmelodie. Aber letztlich führt unser aller Lebensweg wieder zurück zum Ursprung. Das Ziel ist klar, nur die Erfahrungen, die wir auf unserer Reise dorthin sammeln, unterscheiden sich. Und sind wir dann angekommen, gehen wir wieder auf im All-eins, verschmelzen mit allem was ist – so wie die Schneeflocke sich schließlich mit Mutter Erde und allen in ihr enthaltenen Elementen verbindet.

Dieses Bild kann uns die Zuversicht geben, dass – ganz egal, was wir erleben – es immer ein „Happy End“ geben wird. Irgendwann kommen wir zu Hause an, jeder von uns mit anderen Erlebnissen im Gepäck. Und während wir uns dort wieder auf einer ganz tiefen Ebene mit allem verbinden, beschenken wir uns gegenseitig mit den Erkenntnissen, die wir auf unserer Reise des Lebens gewinnen durften.

Während ihres Weges vom Himmel zur Erde vollführt jede Schneeflocke ihren eigenen Tanz und befindet sich dabei stets an dem für sie passenden Platz, in harmonischer Gemeinschaft mit den anderen Schneekristallen. Die einzelne Schneeflocke weiß, wo es für sie richtig und stimmig ist und lässt sich voller Vertrauen ein auf dieses Abenteuer. Wie schön ist es, wenn wir unser Leben ebenso leicht, fließend und vertrauensvoll geschehen lassen können.

In einem weiteren Aspekt ähneln wir diesen weißen Wundern. Im Verbund und aus der Ferne betrachtet, gleicht eine Flocke vielleicht der anderen. Aber schauen wir einmal achtsam und genau hin, erkennen wir die unfassbare Schönheit und Einzigartigkeit eines jeden Schneekristalls. Genau so sind wir Menschen! Jeder Einzelne von uns ist wundervoll, besonders und vollkommen. Jeder von uns bringt einen speziellen, wichtigen und nicht austauschbaren Aspekt in den Reigen des Lebens mit ein. Ohne den Einzelnen würde etwas Wichtiges im Gesamtbild fehlen. Das dürfen wir uns immer wieder vor Augen halten und mit dieser Haltung uns selbst und jeden Menschen, dem wir begegnen, betrachten. Wie viel Wertschätzung und schließlich auch Liebe können daraus erwachsen?

Wie willst du dich im neuen Jahr fühlen?

Ist es dir schon einmal aufgefallen? Ein sehr weit verbreiteter Wunsch zum Jahreswechsel ist: „Frohes neues Jahr“. Hast du jemals darüber nachgedacht, was das konkret für dich bedeuten könnte? Was heißt es, froh zu sein? Leben wir das in unserem Alltag?

Mir sind dabei diese Synonyme in den Sinn gekommen: fröhlich, gut gelaunt, ausgelassen, unbesorgt, von Freude erfüllt. Freude – ich glaube, wir dürfen alle generell mehr Freude in unser Leben hineinlassen. Ganz besonders in all dem Wirbel, der sich gerade in der Welt immer weiter nach oben schraubt.

Was bedeutet Freude für dich?

Vielleicht hast du schon den Rat gehört, jeden Tag etwas Freudiges zu tun, um dir selbst und deinen Potenzialen näher zu kommen. Wenn wir in der Freude sind, haben wir Zugang zu einer Kraft und einem Wissen in uns, die unberührt bleiben, so lange wir im Modus des „Abarbeitens“ sind und nur die Pflichten sehen, die uns von außen auferlegt werden. Verstehe mich nicht falsch, auch die Erfüllung von Pflichten darf befriedigend sein. Manchmal reicht hier lediglich das Einnehmen einer anderen Haltung, nicht „ich muss das tun“, sondern „ich darf das tun“. Wichtig ist aber auch, dass wir in unseren Alltag immer wieder Tätigkeiten einbauen, die uns einfach nur Spaß machen. Nur so kommen wir richtig in Fluss.

Denn wenn wir freudige Dinge tun und erleben, tanken wir neue Energie, strahlen das aus und wecken so ganz nebenbei unsere Kreativität, die uns dann auch bei unseren sogenannten Pflichten beflügeln kann. Letztlich geht es darum, dass wir uns gut fühlen und das in unser Tun einfließen lassen, egal, worum es sich dabei handelt.

Dein Herzenswunsch für 2022

Also, warum nehmen wir den üblichen Neujahrswunsch nicht wortwörtlich und richten unseren Blick auf das, was uns im neuen Jahr „froh“ machen könnte? Ich lade dich dazu ein, dir ein paar Minuten Ruhe zu gönnen und einmal in dich hinein zu spüren: Wie willst du dich im neuen Jahr fühlen? Die Frage lautet ganz bewusst nicht: Was willst du erreichen, welche Ziele willst du verfolgen? Nein, wir fokussieren uns ganz auf das Empfinden. Was soll in 2022 deine hauptsächliche Emotion sein?

Welche Gefühle, Bilder oder Szenen, welche Worte oder Sätze tauchen vor dir auf? Möglicherweise nimmst du ein Mantra wahr, eine Art Leitmotiv? Oder vor deinem inneren Auge formt sich ein Bild von dir selbst? Wie siehst du aus, wenn du dich ganz in deiner Hauptemotion befindest? Dieser Teil von dir kann dich durch das neue Jahr begleiten.

Magst du das, was du wahrgenommen hast, aufschreiben? Oder du malst ein Bild dazu und hängst es auf, damit es dich immer an deine Intention für das neue Jahr erinnern kann? Sieh es als Leitbild, als Angelpunkt, wer du in 2022 sein willst.

Und dann: Freue dich darauf! 😊

Wie bleibst du dran?

Natürlich wird uns unser Alltag immer aufs Neue reichlich Herausforderungen bescheren, durch die wir unser Leitbild ein wenig aus den Augen verlieren. In solchen Momenten hilft es dir wahrscheinlich, wenn du dir ein paar Minuten des Innehaltens schenkst und dich fragst: Wo ist die Freude in meinem Leben?Wann fühle ich mich gut? Bei welchen Tätigkeiten fühle ich mich im Fluss, vergesse stellenweise die Zeit? Wo erlebe ich, dass mir andere Menschen für mein Tun danken oder sich anerkennend äußern? Kannst du dich bewusst an eine Situation erinnern, in der du Freude empfunden hast? Wie sah diese Situation aus? Erlaube dir, genau das wieder vermehrt in deinen Tagesablauf einzubauen und du wirst dich „froher“ fühlen!

Du kannst auch deine zu Jahresbeginn formulierte Intention durch Affirmationen bestärken. Nimm dir – so oft es geht – Zeit und Ruhe, gehe dazu am besten in die Natur, und sage dir bewusst: Ja, ich erschaffe mir ein Leben in Freude. Ich will begeistert und mit einem JA zu mir durchs Leben gehen. Allmählich wirst du feststellen, wie sich das von dir angestrebte Grundgefühl, mehr und mehr in deinem Leben etabliert. 😊

Darfst du froh sein?

Bei all den guten Vorsätzen kann es passieren, dass noch ganz andere Verhinderer, als der „innere Schweinehund“, auf den Plan treten, allen voran die Angst. Ich bitte dich, ihr keinen Raum zu geben!

Wenn du Freude empfindest, wirst du sichtbar. Du zeigst deine Gefühle und es entsteht eine Verbindung zu deinem Gegenüber. Das kann euch beiden sehr viel nährende Energie geben. Oft haben wir jedoch Angst davor, uns wirklich zu zeigen, weil wir uns dadurch verletzbar machen. Doch was ist die Alternative? Wir versagen uns selbst, etwas auszudrücken, etwas zu leben, was ein essenzieller Teil von uns ist. Das schadet uns auf Dauer.

Möglicherweise schleicht sich sogar ein schlechtes Gewissen bei dir ein, weil du dich gut fühlst, obwohl es um dich herum scheinbar wenig zu lachen gibt. Aber es zählt nicht, was andere über dich denken könnten, sondern dass du Freude in dein Leben bringst! Unser Leben ist ein wertvolles Geschenk, dem wir dadurch Wertschätzung entgegenbringen. Und denke bitte immer daran: Jeder von uns, der etwas Positives in die Welt hineinträgt, macht sie ein bisschen heller – für alle.

2022 – Jahr des Miteinanders

Das neue Jahr sieht rein optisch schon sehr besonders aus: 2022. Und ich glaube, wir alle erhoffen uns von diesem Jahr eine grundlegende Veränderung in unserem Leben, verglichen mit den zurückliegenden Monaten. Das hat mich dazu inspiriert, mir die Zahl 2 einmal genauer anzuschauen.

Schon seit jeher haben uns die Zahlen fasziniert und in allen Kulturkreisen wurde mit der tieferen – mystischen – Bedeutung von Zahlen gearbeitet. Der griechische Mathematiker und Philosoph Pythagoras fasste es so zusammen: „Die Zahl ist das Wesen aller Dinge.“

Wofür steht nun die 2, die unsere aktuelle Jahreszahl so dominiert? Laut Numerologie gäbe es ohne die 2 keine Entwicklung. Sie ist einerseits die Zahl der Polarität und der Gegensätze, andererseits aber auch die Zahl der Verbindungen. Denn in diesem gegenseitigen Gebrauchtwerden – hell und dunkel, richtig und falsch, männlich und weiblich – drückt sich auch die untrennbare und dynamische Verbundenheit allen Lebens aus.

Wir alle sehnen uns tief in unserem Inneren nach Verbundenheit – mit uns selbst, mit anderen, mit allem, was uns umgibt. Und gerade die Trennung, die wir in den vergangenen zwei Jahren auf verschiedenen Ebenen erlebt haben, macht uns bewusst, wie sehr wir das Miteinander brauchen. Wie sehr wir soziale Wesen sind, die ohne einander nicht wirklich glücklich und erfüllt leben können.

Wie wäre es, wenn wir das Jahr 2022 genau in diesem Sinne angehen – selbst wenn wir von Numerologie nichts halten 😉 – und uns auf unsere Gemeinsamkeiten und unsere Gemeinschaft konzentrieren und all das, was uns vielleicht in bestimmten Themen voneinander trennt, beiseitelassen? Wenn wir unsere Kräfte auf Lösungen fokussieren, die ein gesundes und glückliches Miteinander, eine lebensfreundliche und lebensbejahende Zukunft zum Ziel haben?

Und hier kann jeder, wirklich jeder von uns seinen Beitrag leisten, denn wir alle sind schöpferische Wesen mit unserer ganz eigenen Weisheit. Dieser Beitrag fängt im ganz Kleinen an, wenn es zum Beispiel darum geht, wie wir mit anderen Menschen sprechen oder über sie denken. Ein sehr guter Ansatzpunkt hierbei ist ein urteilsfreies Verhalten 😊.

Ein zweiter – und wie ich persönlich finde, sehr wohltuender – Aspekt der Zahl 2 ist die Weiblichkeit. Die 2 ist die erste weibliche Zahl und meinem Empfinden nach werden aktuell gerade die weiblichen Qualitäten in unserer Gesellschaft sehr stark gebraucht. Interessanterweise traten weibliche Werte wie Stille, Herzlichkeit und Mitgefühl zu Beginn der Pandemie in den Vordergrund. In gewissem Maße führte der erste Lockdown mit allen damit verbundenen Maßnahmen zu mehr Offenheit der Menschen untereinander, sie fühlten mehr Leichtigkeit durch die Entschleunigung. Doch nach zwei Jahren Berg- und Talbahnfahrt fühlen sich nun viele Menschen erschöpft und müde, teilweise orientierungslos und es breitet sich leider an vielen Stellen immer mehr Spaltung aus.

Ich bin davon überzeugt, dass wir uns gerade jetzt erlauben dürfen, unseren Blick erneut auf die weiblichen Qualitäten zu richten, die wir alle in uns tragen – ob Mann oder Frau – und diese verstärkt zu leben. Das hilft uns, die vielen inneren Verletzungen zu heilen und in positiver Erwartung nach vorn zu schauen, um in uns selbst, in unserem Umgang miteinander und damit auch in unserer Gesellschaft etwas Gutes und Neues aufzubauen. Wir dürfen uns erlauben, wieder mehr auf unsere Gefühle zu achten, unserer Intuition zu folgen und unserer eigenen Größe und Kraft zu vertrauen. Wir dürfen uns dem Leben mit einem großen JA unseres Herzens hingeben, Verbundenheit spüren und in eine Selbstverantwortung gehen.

Und damit sind wir bei einer weiteren Bedeutung der Zahl 2 angekommen. Diese Zahl gilt als Symbol der Schlange, die wiederum für Weisheit und das Überbringen der Erkenntnis steht. Sie versinnbildlicht auch die schlafende Lebenskraft (Kundalini), die uns – sobald wir unser Inneres mehr harmonisieren und unsere Energie auf ein positives Wirken ausrichten – dazu verhilft, ungeahnte Potenziale zu entfalten.

Auch das empfinde ich als ein schönes Bild für das neue Jahr: Dass wir uns wieder auf die uns selbst innewohnende Kraft und unsere Herzintelligenz besinnen und aus dieser immer zugänglichen, wahrhaftigen, ruhigen, liebevollen Weisheit heraus unsere Entscheidungen treffen. In unserem Herzen wissen wir immer, was der richtige nächste Schritt ist. Und um die Stimme unseres Herzens hören zu können, brauchen wir nur einmal leise werden und all den Lärm, der von außen auf uns einströmt, ausschalten.

Und genau dazu lade ich dich herzlich ein…

In der Stille angekommen
gehe ich in mich,
stehe ich zu meinen
Stärken und Schwächen,
liegen mir mein Leben
und die Liebe
am Herzen.

In der Stille angekommen,
sehe ich mich, dich, euch
und die Welt
mit anderen Augen,
mit den Augen des Herzens.

In der Stille angekommen,
höre ich auf mein Inneres,
spüre ich Geborgenheit,
lerne ich Gelassenheit,
tanke ich Vertrauen.

Ernst Ferstl