Start in eine neue Phase: Yoga-Lehrer-Ausbildung

Am 21.01.2026 hat sich ein neuer Raum für mich geöffnet: Mit der Einweihungszeremonie startete ich offiziell in meine zweijährige nebenberufliche Ausbildung zur Yoga-Lehrerin. Seit über einem Jahr nun lebe ich eine intensivierte – tägliche – Yoga-Praxis, was mich letztlich zu dieser Ausbildung geführt hat.

Yoga in meinem Alltag

In all der Zeit, seit ich zum Yoga gefunden habe, wurde mir immer klarer, dass Yoga nicht nur körperliche Bewegung ist, sondern eine Lebenseinstellung. Seit dem Beginn meiner Ausbildung konnte ich das um so mehr verinnerlichen.

An diesem ersten Abend im Yoga Vidya Zentrum Dresden gab uns unser Ausbildungsleiter die herzliche Empfehlung: „Wenn Du einmal keine Lust hast, komme dennoch zum Unterricht. Denn gerade dann wird er Dir guttun und Du wirst Dich mit hochschwingender Energie aufladen.“ In eine ähnliche Richtung gehen die wohltuenden Ratschläge einer Yoga-Lehrerin, deren You-Tube-Videos mich seit vielen Jahren inspirieren. Sie sagt sinngemäß: „Vor allem, wenn Du keine Zeit für Yoga hast, solltest Du es praktizieren. Denn dann brauchst Du es besonders. Seien es auch nur 5 Minuten.“

In der Entspannungskursleiter-Ausbildung, die ich in 2025 in einem Yoga-Ashram von Yoga Vidya absolviert habe, hörte ich das Zitat eines Yoga-Weisen, in dem dieser ebenfalls dazu anregte, zumindest seine Lieblings-Asana zu praktizieren, wenn man einmal keine Lust zu Yoga hat. Das ist keine große Überwindung, es tut gut und du bleibst damit auf deinem Weg.

Diese Impulse empfinde ich als sehr wichtig und eine entsprechende Haltung trägt mich durch meinen Alltag. Meine Yoga-Praxis gestalte ich flexibel. Je nachdem, wie mein Tag durch verschiedene Termine und Verpflichtungen strukturiert ist und wie ich mich fühle, praktiziere ich mal morgens, vormittags oder abends. Die Übungen wähle ich nach Gefühl aus.

Natürlich gibt es Tage, die sehr gefüllt mit verschiedenen Themen sind und dann sieht es manchmal danach aus, als ob ich nicht mehr zu meiner Yoga-Praxis komme. Doch irgendwie finde ich immer ein Zeitfenster. Während mir der Gedanke kommt – „ach ja, mein Yoga habe ich ja auch noch nicht gemacht“ – entfaltet sich in mir eine Vorfreude darauf. Denn ich weiß ganz genau, wie gut ich mich dabei und danach fühle 😊.

Wenn ich müde oder ein wenig angeschlagen bin, rolle ich trotzdem meine Matte aus, mit dem Vorsatz, mich wenigstens in eine kurze Atemübung und eine oder zwei Yin-Yoga-Asanas zu begeben. Und dann geschieht jedes Mal der Zauber: Sobald ich sitze, fühle ich mich bei mir angekommen. Jetzt beginnt meine Zeit. Eine zarte Freude durchströmt mich. Ich chante dreimal OM und danach belebe ich mich mit Pranayama, meist eine Kombination aus Kapalabhati und Wechselatmung. Bis jetzt war es immer so, dass es nicht bei den zwei Asanas blieb 😊.

Jede Übung geht ganz natürlich in die nächste über. Ich fließe von einer Haltung in die andere. Am Ende habe ich doch wieder alle meine Lieblings-Asanas absolviert, das Räucherstäbchen ist längst abgebrannt und es sind knapp anderthalb Stunden vergangen. Ich fühle mich rundum wohl, ruhig und entspannt. Ideal vorbereitet auf den Schlaf. Gerade in diesen Momenten wird mir bewusst, wie heilsam Yoga für mich ist.

Balance – das ist das Entscheidende

Am Yoga liebe ich sehr den Wechsel zwischen Anspannung & Entspannung, diese Ausgewogenheit zwischen Aktivität und Ruhe. Balance ist ein wichtiges Thema in unserem Leben und in den vergangenen Jahren bin ich immer wieder dahin geführt worden.

Es ist im Grunde das Prinzip des Yin & Yang, das in allem liegt. Jeder Aspekt der Schöpfung trägt verschiedene – gegensätzliche – Anteile in sich, die sich gegenseitig ergänzen, bedingen und überhaupt erst erfahrbar machen. In ihrem Zusammenspiel ergibt sich das Ganze.

In unserem Alltag dürfen wir uns stets darauf besinnen, all die verschiedenen Lebensbereiche in ein harmonisches Verhältnis zueinander zu bringen. Das betrifft auch die unterschiedlichen Anteile in uns. Jedem einzelnen dürfen wir ausreichend Raum geben (natürlich immer nur in dem Maße, wie es niemandem schadet 😉).

Auch ich versuche, diese verschiedenen Aspekte in mir in Einklang zu bringen. Meine Yoga-Praxis hilft mir dabei enorm. Zunächst in der Hinsicht, dass ich durch das Ausüben von Yoga (Pranayama, Asanas, Meditation) einen grundsätzlichen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit am Computer und dem Familienalltag mit all seinen Verpflichtungen schaffe. Aber auch, weil ich durch Yoga mein Körpergefühl stets verfeinere. So spüre ich sehr klar, was mir wann gut tut und was ich lieber lassen sollte. Dementsprechend sieht auch meine Yoga-Praxis von Tag zu Tag anders aus, angepasst an mein jeweiliges Bedürfnis. Yoga lehrt mich also, besser wahrzunehmen, die Energien um mich und in mir zu fühlen. Und ich lerne mehr und mehr, die scheinbar konträren Anteile in mir nicht nur anzunehmen, sondern voll und ganz zu genießen: weil sie mich erst zu dem vollständigen Wesen machen, das ich bin 😊.

Zum Beispiel gönne ich mir gern Stille, Meditation oder Yoga und Ganz-bei-mir-Sein im Wald, um dann andererseits wieder voller Energie eine ganze Nacht lang auf einer wunderschönen Party zu meiner Lieblingsmusik unter Gleichgesinnten zu tanzen 😊. Das Gleichgewicht zwischen diesen Dingen ist wichtig.

Was hat sich für mich durch die Ausbildung schon geändert?

Ich denke, mein Fokus im Alltag hat sich schon jetzt ein wenig gewandelt. Da Yoga ein Feld ist, mit dem ich mich ohnehin gern befasse (auch in der Vergangenheit habe ich Bücher dazu gelesen und gern darüber gesprochen), erfüllt mich das Eintauchen in die Materie mit Freude. Wir treffen uns jeden Mittwoch zu unserem Ausbildungsseminar und praktizieren dabei nicht nur Asanas, sondern beleuchten auch die Philosophie des Yoga, die wir zu Hause im Selbststudium vertiefen. Dadurch betrachte ich die Dinge, mit denen ich tagsüber zu tun habe, noch häufiger aus einem anderen Blickwinkel. Ja, ich würde sagen, meine Achtsamkeit hat sich dadurch erhöht. Das bedeutet natürlich im Umkehrschluss auch, dass mir verstärkt auffällt, wenn ich in alte Denk- oder Verhaltensmuster verfalle. Was nicht heißt, dass sie automatisch weniger werden 😉. Ich erkenne sie nur schneller und deutlicher. Das Heraustreten aus diesen nicht mehr dienlichen Pfaden verlangt jedes Mal eine bewusste Entscheidung. Allerdings fällt sie mir mit jedem Mal leichter, weil ich die jeweilige Situation klarer sehe. Es ist wie ein innerer Reinigungsprozess.

Für meine eigene Yoga-Praxis daheim habe ich bereits hilfreiche Anregungen mitgenommen, wie ich Einzelheiten verfeinern kann. Das empfinde ich als sehr wertvoll. Meine Ausbilderin zeigt mir auch immer wieder Möglichkeiten, Asanas zu vertiefen und in einer fortgeschritteneren Variante auszuführen, was mich bestärkt 😊. Ich habe praktisches Hintergrundwissen erhalten, wie einzelne Asanas wirken und was man bei bestimmten körperlichen Voraussetzungen beachten sollte. Nebenbei entwickeln sich in mir neue Ideen, was ich vielleicht künftig selbst als Yoga-Lehrerin weitergeben möchte.

In unserer Yoga-Ausbildungsgruppe lernen wir uns mit jedem Treffen besser kennen und teilen vermehrt unsere persönlichen Erfahrungen. Ich erlebe es als absolut bereichernd, die individuellen Erlebnisse und Sichtweisen mit ähnlich schwingenden Menschen auszutauschen. Das erweitert meine eigene Perspektive und schenkt mir neue Denkanstöße.

Ich bin wirklich gespannt auf das Kommende!

Ist Yoga etwas für dich?

Ja! Yoga ist für jeden Menschen in jeder körperlichen Verfassung, in jedem Alter geeignet. Yoga gibt es in unzähligen Formen, die einzelnen Asanas können vielfältig an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Yoga Vidya hat hilfreiche Informationen für Yoga-Anfänger zusammengestellt, die dir einen guten Überblick verschaffen. Wenn du unsicher bist, weil du bestimmte Beschwerden hast, berate dich am besten zunächst mit deinem Arzt oder Physiotherapeuten.

Sobald du mit Yoga beginnst, wirst du feststellen, wie dir Yoga dabei hilft, deinen Geist zu beruhigen, Spannungen und Stress abzubauen und deinen Körper besser wahrzunehmen. Mit deinen verfeinerten Sinnen wirst du wesentlich eher bemerken, wenn du im Alltag aus deiner Mitte geraten bist und kannst frühzeitig gegensteuern, um wieder in die Balance zu finden. Yoga macht dich zudem geschmeidiger und kräftiger, versorgt dich mit neuer Energie und stärkt dein Immunsystem. All das erlebe ich deutlich, seit ich regelmäßig Yoga übe. Ich weiß noch, wie ich nach meiner allerersten Yoga-Stunde vor ungefähr zehn Jahren zu meiner Yoga-Lehrerin gesagt habe: „Vielen Dank! Ich fühle mich wie neugeboren.“ Und das empfand ich wirklich so 😊.

Letztendlich dient Yoga dazu, durch die Bewegung des Körpers in die Entspannung und Ruhe zu finden, um dann in der Stille und Meditation mit deinem wahren Selbst in Berührung zu kommen. Deine ureigene Essenz zu fühlen. Dich zu spüren und dich gleichzeitig mit allem verbunden zu fühlen. Etwas, das du sowohl während des Asana-Praktizierens als auch während der Schlussentspannung oder der anschließenden Meditation erfahren kannst. Es lohnt sich 😊!

Ich kann dir nur empfehlen, Yoga einmal auszuprobieren, falls du es noch nicht kennst, oder es als regelmäßigen Teil in deinen Alltag einzubauen, falls du es bislang nur sporadisch praktiziert hast. Besuche eine offene Yoga-Stunde in einem Yoga-Studio in deiner Nähe oder belege einen krankenkassenzertifizierten 10er-Kurs. In vielen Orten bieten Yoga-Lehrerinnen und -Lehrer solche Kurse im Gemeindesaal o.ä. an. Oder du testet es erst einmal ganz für dich daheim – mit einem YouTube-Video. Yoga Vidya bietet zum Beispiel eine Vielzahl von Übungsvideos mit sehr schön erklärten Asanas aus dem klassischen Hatha-Yoga. Daneben gibt es zahlreiche Videos von verschiedenen Yoga-Lehrern und – Lehrerinnen im Netz. Ich persönlich bin (nach mehreren 10er-Kursen bei mir vor Ort) durch die wunderbaren Vinyasa Flows von Mady Morrison intensiv in die Yoga-Welt eingestiegen. Auch mag ich die Anleitungen von Lena Pilar. Schau einfach, wer und was dich anspricht. Durch eigenes Erleben wirst du die wohltuende Wirkung von Yoga auf Körper, Geist und Seele spüren 😊.

Sei lieb gegrüßt
Astrid

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