Yoga als Weg zu Deinem wahren Selbst

Das Jahr 2025 startete für mich mit einer scheinbar kleinen Veränderung in meinem täglichen Ablauf und entfaltet sich bis jetzt – zunächst beinahe unmerklich – zu einem großen Schritt nach vorn auf meinem Weg hin zu mir selbst.

Was ich hier in diesen einen Satz gepackt habe, beinhaltet für mich und mein Leben so viel Freude, Wohlgefühl und Zuversicht, Erkenntnisse und inneres Ankommen, dass ich ein wenig in die Tiefe gehen möchte. Eines vorweg: YOGA als Weg und innere Haltung steht dabei im Zentrum.

Neues Jahr, neuer Fokus

Am 2. Januar 2025 – nach einem sehr ruhigen Neujahrstag, den wir zum allmählichen Einfinden in das neue Jahr genutzt hatten – verspürte ich den starken Impuls, mir eine kraftvolle Yoga-Einheit zu schenken. Ich praktiziere bereits seit einigen Jahren Yoga, aber nicht so intensiv und in den vorangegangenen Monaten auch weniger regelmäßig. Nun aber hatte ich plötzlich ein starkes Verlangen nach dieser wunderbaren Praxis. Das tat mir unglaublich gut und gab mir enorm viel Energie. Von da an übte ich diesen kräftigenden Flow täglich, ergänzte und erweiterte ihn um zusätzliche Einheiten, die ich je nach Bedürfnis wählte: sanft dehnend, entspannend, oder auch kräftigend, für Balance, Fokus oder Herzöffnung. Es war, als hätte jemand in mir einen Schalter umgelegt und das tiefe Bedürfnis aktiviert, mich dem Yoga in einer ungekannten Intensität zu widmen.

Und weil ich es wollte, war es auch absolut leicht, dies in meinen Tagesablauf einzubauen. Mal praktizierte ich es morgens, vor dem Arbeitsstart, mal abends, vor dem gemeinsamen Abendessen. Ein passendes Zeitfenster fand sich immer. Diese neue, wohltuende Routine blieb nicht ohne Folgen. Bereits nach wenigen Tagen fühlte ich, wie mein Körper immer stärker wurde (obwohl ich mich auch vorher nicht schwach gefühlt habe 😉), ich war quasi permanent energetisiert und erfüllt von purer Lebensfreude! Unfassbar, wie schnell und nachhaltig sich mein Körpergefühl und damit mein Lebensgefühl auf eine neue Ebene aufgeschwungen haben.

Doch diese physischen Veränderungen waren nicht die einzigen positiven Effekte. Yoga ist so viel mehr als reiner Sport!

In meiner täglichen Yoga-Praxis komme ich über das Körperliche – über die Verbindung von Bewegung und Atmung, über das Fühlen – mit meinem Inneren in Kontakt. Yoga habe ich tatsächlich als einen Weg zu mir selbst, zu meiner wahren Essenz, erkannt.

Yoga ist Meditation in Bewegung. Durch das innere Leerwerden und das Fokussieren auf die Atmung und das Fließen des Körpers schaffe ich Raum für Erkenntnisse und Impulse. In den vergangenen Monaten durfte ich viel Klarheit gewinnen – über meine Wünsche, Bedürfnisse, die nächsten Schritte. Daneben ist Yoga unendlich heilsam. Vor allem während des Yin-Yogas, bei dem die Asanas über mehrere Minuten gehalten werden, schmelze ich nicht nur in tiefer gelegene physische Schichten, wie die Faszien, hinein und lockere sie, sondern tauche auch in meine feinstofflichen Ebenen ein. Dadurch haben sich schon oft vorhandene Blockaden bei mir gelöst – nur durch die vollkommene Hingabe an die jeweilige Haltung. Ich erlebe das meist, indem urplötzlich befreiende Tränen fließen, entweder verbunden mit einem Thema, das mich in dieser Zeit beschäftigt, oder auch ohne ersichtlichen Anlass. Danach fühle ich mich stets leichter und gelöst, entspannt und weich, innerlich fließend und geborgen. Ich fühle mich mir selbst ganz nah. All das bewirkt Yoga!

Viele Facetten

Was mir Yoga zudem verdeutlicht hat: Ich trage zahlreiche, unterschiedliche und auf den ersten Blick vielleicht sogar widersprüchliche Facetten in mir. Und doch gehört all das zu mir, all das ist richtig. Ich bin richtig, so wie ich bin.

Meine Yoga-Praxis hat mich dabei unterstützt, alles, was mit meinem Körper zu tun hat, noch mehr zu genießen – meinen Körper noch mehr zu genießen. Und nein, meinem Empfinden nach ist das kein Widerspruch zu einer spirituellen Entwicklung. Ganz im Gegenteil!

Yoga beginnt auf der körperlichen Ebene und geht von dort aus weiter, tiefer.

Im Tao-Symbol, das die Einheit von Yin und Yang – vom weiblichen und männlichen Prinzip – darstellt, ist dies wunderbar abgebildet. Schatten und Licht, Ruhe und Aktivität, Empfangen und Geben – all das bedingt einander, formt ein großes Ganzes. Genau so gehören die verschiedenen, scheinbar gegensätzlichen Aspekte zu mir. Wir alle sind so unendlich große Wesen und fähig, all das Unterschiedliche in uns zu tragen und zu vereinen.

Seitdem ich mir dessen zutiefst bewusst geworden bin, fühle ich mich noch mehr bei mir angekommen. Und so ist es für mich zum Beispiel überhaupt nicht widersprüchlich, einerseits beim Ananda Spirit Festival gemeinsam mit zahlreichen anderen Yogis durch die Asanas zu fließen und SEOMS spirituellem Rap zu lauschen und mich andererseits auf dem EONLY-Festival tanzend von elektronischen Klängen und tiefgründigen Texten in andere Sphären tragen zu lassen. All das bin ich. All das ist richtig. All das macht mich vollständig und lässt mich das Leben in meiner Verkörperung so ganz genießen.

Durch die unmittelbare, intensive Verbindung mit meinem Körper erlange ich im Yoga Zugang zu den feinstofflichen Aspekten von mir. Das mag auf den ersten Blick dem „körperlosen“ Zustand einer tiefen Meditation entgegenstehen. Doch auch bei einer Meditation nutzen wir zunächst unseren Atem – eine Bewegung, die wir in unserem Körper wahrnehmen – um uns in unsere Mitte zu begeben. Unser Körper ist die Verbindung zwischen Himmel und Erde, unser Portal zu den geistigen Ebenen.

Um uns also vollständig als geistiges Wesen hier in dieser Welt zu verkörpern und den Weg zu gehen, den wir uns auf Seelenebene vorgenommen haben, dürfen und müssen wir zunächst ganz in unserem Körper ankommen. Unser Körper ist ein heiliges Gefäß, das unserer Seele ermöglicht, eine menschliche Erfahrung zu machen. Ich betrachte meinen Körper als liebevollen und weisen Freund und Wegbegleiter, der mir deutlich zeigt, wenn ich von meinem eigentlichen Pfad abkomme. Das habe ich in den vergangenen Jahren gelernt und übe mich täglich darin, die feinen Signale immer deutlicher zu erkennen und zu beachten, die er mir stets sendet.

Ich bin meinem Körper unendlich dankbar dafür, dass er mir diesen Yoga-Weg erlaubt, dass er mich mit wachsender Flexibilität und Kraft beschenkt, mich die Lebensenergie fühlen lässt, die mich durchströmt, mir zu einem klaren und wachen Geist verhilft und mich mit meiner Essenz in Kontakt treten lässt.

…und der Weg geht weiter

In meinem Bestreben, noch tiefer in dieses wundervolle Feld einzutauchen, habe ich den Entschluss gefasst, ab Januar 2026 eine berufsbegleitende Yogalehrerausbildung zu absolvieren. Dieser Gedanke reifte seit Jahresbeginn in mir. Ich recherchierte viel und lernte während meiner Ausbildung zur Entspannungskursleiterin (BYVG) ein Yoga Vidya Ashram kennen, in dem ich intensiv in die Welt des Yoga eintauchen und neue Aspekte darin entdecken konnte. All die Erfahrungen und Begegnungen dort, im Westerwald, mit den wunderbaren Menschen, bestärkten mich in diesem Vorhaben.

Auch in meinem Unternehmen konnte ich bislang einiges aus dem Yoga weitergeben, beispielsweise einige auflockernde und energetisierende Yoga-Asanas am Anfang von fachlichen Workshops oder gemeinsame Atemübungen als Einstieg in Meetings. Weitere Aktivitäten sind geplant und ich bin gespannt, wo es mich hinführt.

Yoga ist Selbstliebe

Für mich ist Yoga reine Selbstliebe. Yoga ist eine achtsame Zuwendung, die ich mir selbst schenke, um mich zu erkunden und mir nahe zu sein – mich zu FÜHLEN. Und zwar als das vollständige, heile, unendlich große, liebevolle und schöpferische Wesen das ich bin. Das wir alle sind. Im Yoga geht es nicht darum, eine Sportübung besonders perfekt auszuführen, jemanden zu beeindrucken oder sich gar zu überfordern. Yoga lädt uns ein, uns mit uns selbst zu verbinden, in uns hineinzuspüren und wahrzunehmen, was dort ist. Das, was wir entdecken, dürfen wir annehmen. Wir dürfen uns so annehmen, wie wir sind und wie wir uns in diesem Moment erleben. Über die körperliche Ebene kommen wir unserem wahren Wesen näher und automatisch öffnen wir uns dadurch für mehr Selbstliebe, die die Basis für Liebe und Mitgefühl zu anderen Wesen ist.

Ja, durch Yoga lernst Du, Dich mehr und mehr selbst zu lieben – nicht auf Ego-Ebene, sondern in einer bedingungslosen Qualität, in der wir uns hoffentlich alle irgendwann begegnen werden. Doch der Startpunkt ist bei jedem selbst. Du startest mit der bedingungslosen Liebe zu Dir selbst.

Bist Du bereit?

Sei lieb gegrüßt

Astrid

Hinterlasse einen Kommentar